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RISIKEN RECHTZEITIG SEHEN UND IHRE WAHRSCHEINLICHKEIT SOWIE DIE MÖGLICHEN AUSWIRKUNGEN ABSCHÄTZEN

Risikomanagement - nicht nur was für börsennotierte Großunternehmen

Bei jeder unternehmerischen Tätigkeit gibt es Risiken. Die Kunst des erfolgreichen Unternehmers ist, diese rechtzeitig zu sehen und ihre Wahrscheinlichkeit sowie die möglichen Auswirkungen abzuschätzen. Dann hat der Unternehmer alle Informationen, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten, damit aus dem Risiko eine Chance wird.

Neben ökonomischen Risiken (Kapitalmarkt-, Versicherungs- oder Vertriebsrisiken) gibt es auch technische (Ausfall der EDV oder von Anlagen), Umwelt- (Klimawandel) und gesellschaftliche Risiken (Fachkräftemangel, Demografischer Wandel). Für international aktive Unternehmen können zudem geopolitische Risiken (Weltordnungspolitisches Versagen, Terrorismus oder Konflikte) hinzukommen. Für produzierende Unternehmen fallen hierunter auch die Rohstoffrisiken.

Die meisten der Risiken werden für Unternehmen nicht bestandsgefährdend sein, können aber die wirtschaftliche Entwicklung von Unternehmen beeinflussen. So kann ein Standort in Überschwemmungsgebieten schnell an Wert verlieren, und es gibt wiederholt Betriebsausfälle mit Folgekosten. Gerade in kleinen Unternehmen sind personelle Risiken wesentlich. Geht ein "Schlüsselmitarbeiter" und wesentlicher Know-how-Träger, z. B. ein langjähriger Vertriebsmitarbeiter, hat dies schnell wirtschaftliche Folgen für das Unternehmen.

Unternehmer sind gefordert, die strategischen Risiken zu handhaben und gleichzeitig kein zu aufwändiges Management aufzubauen. Ein Anfang hierzu können regelmäßige Gespräche mit dem Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater, dem Rechtsanwalt sowie leitenden Mitarbeitern im Unternehmen zu diesem Thema sein. Prozess-, Produkt- und Investitionsrisiken können so erkannt und durch gemeinsame Ideen reduziert werden. Ob und in welchem Umfang sie dann diese Risikoanalyse mit Bewertung dokumentieren, um beim nächsten Bank- oder Versicherungstermin oder Jahresabschluss gewappnet zu sein, liegt in ihrem Ermessen.

Mit dem Normentwurf für die ISO DIN 31000 "Risikomanagement" aus dem Januar 2011 versucht die Wirtschaft, einen einheitlichen Standard festzulegen. Hier wird in den nächsten Jahren sicher noch ein umfängliches Normenregelwerk erarbeitet.

Unternehmen, die Maschinen selbst konstruieren oder modifizieren, haben zudem eine Risikobeurteilung nach EG-Maschinenrichtlinie durchzuführen. Diese hat mit strategischen Unternehmensrisiken nur indirekt (Haftungsrisiko) zu tun.

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