. .
Illustration

INNOVATIONSKULTUR FÜR DIE ZUKUNFT

Petersberger Industriedialog 2009 - „Mit Technologieführerschaft zum Markterfolg von morgen: Vom Krisenmanagement zur Zukunftssicherung”

Über 200 mittelständische Unternehmer trafen sich zum Petersberger Industriedialog 2009. In besonderer Weise innovativ tätige Unternehmer beschrieben anhand konkreter Beispiele, wie sie Chancen erarbeiten, um Märkte in Zukunft zu bedienen, auf diese Weise ihre Position behaupten und die Grundlage für weitere Expansionen legen.

Diese Fragen standen im Vordergrund:

  • Wie schaffe ich in meinem Unternehmen eine Innovationskultur?
  • Wie komme ich zu einer strategischen Produkt-, Technologie- und Geschäftsentwicklung aus einem Guss?
  • Wie kann ich meine Technologieführerschaft in maßgeschneiderte, innovative Systemlösungen umsetzen?
  • Welche Kompetenzen sollten meine Technologieführerschaft ergänzen?
  • Wie kann ich über Technologieführerschaft in wachsende neue Marktsegmente vordringen?

Roland Bent, Geschäftsführer der Phönix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg, zeigte, wie er durch antizyklisches Handeln im Unternehmen mit einer ausgefeilten Innovationskultur der Krise begegnet.

Dr. Roland Langfeld, Vice President Research & Technology Development der Schott AG in Mainz, erläuterte, wie sich mit langfristigem Denken eine strategische Produkt-, Technologie- und Geschäftsentwicklung gerade in der Krise als wichtiges neues Wachstumsfeld erweisen kann.

Dr. Christoph Ullmann, Geschäftsführer der Laserline GmbH in Mülheim-Kärlich, beschrieb Stationen auf dem Weg zur Technologieführerschaft und zeigte, wie kreative und konsequente Umsetzung neuer Ideen zu maßgeschneiderten innovativen Systemlösungen für seine Kunden führt.

Achim Haas, Geschäftsführer der CeramTec-ETEC GmbH in Lohmar, verwies auf die Notwendigkeit der Technologieführerschaft als Basis für seine Positionierung des Unternehmens, um sich als Systemanbieter und Problemlöser an wachsenden Marktsegmenten zu behaupten.

Dr. Karlheinz Sossenheimer, Geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Mechatronics GmbH in Mechernich, stellte dar, wie die Kompetenzen in unterschiedlichen Technologiefeldern sich so ergänzen können, dass daraus Technologieführerschaft entstehen und die Firma sich als Systemlieferant für Industriekunden in unterschiedlichen Markt- und Technologiesegmenten zu empfehlen.

Die zentralen Botschaften der vortragenden Unternehmer:

Unternehmensstrategie: wichtig für den Erfolg ist ihre langfristige Ausrichtung und geduldiges Halten des Kurses, kurzatmiges Reagieren auf Quartalszahlen ist verpönt.

Produktion und Entwicklung: beide Bereiche sind untrennbar miteinander verbunden. Deshalb klares Bekenntnis aller Unternehmer, den Produktionsstandort Deutschland nicht nur zu erhalten, sondern mittelfristig weiter auszubauen. Die kreativen Kompetenzen aller Beteiligten, vor allem der Ingenieure, liege auch darin, dass konkret im Unternehmen der Produktionsalltag erlebt werde und wie eigene Anstrengungen oder Erfindungen sich entwickeln können und zum Markt- bzw. Unternehmenserfolg beitragen.

Neuentwicklungen: sie müssen sehr schnell serienfertig gestaltet werden, um am Markt die bestehenden Potenziale ausschöpfen zu können.

Produktneuerungen: innovative Anstrengungen aller Art sollen sich auf den für die Kunden erkennbaren sofortigen Nutzen konzentrieren und vor allem Kosteneinsparungen aufzeigen. Optimal ist der Dreiklang - Technologieführerschaft - Preisführerschaft - Marktführerschaft.

Zusammenarbeit mit Zulieferern: Klärung der Frage, was selbst und was durch Lieferanten produziert werden soll. Gerade im mittelständischen Bereich ist dabei wichtig zu beachten, dass immer mehr Produkte, aber auch optimierte Prozesse aus dem Zusammenwirken in Forschungsverbünden entstehen. Hier spielen die anwendungsorientierten Bereiche der Hochschulen und Fraunhofer-Institute eine wesentliche Rolle. Wichtig für die beteiligten Unternehmer ist, die Beurteilungskompetenz für die Zulieferungen durch die Partner in Forschungsverbünden im eigenen Haus vorzuhalten.

Patente: sie sind nach wie vor nur zum Teil ein Indikator für die innovativen Kräfte des Unternehmens. Problematik der Patente besteht in ihrer Bekanntmachung und dem Signal an den Wettbewerber, in welchem Feld erfolgreich gearbeitet wird. Deshalb in jedem Fall einschätzen, inwieweit Patentrechte etwaige Nachteile überwiegen.

Führung und Management: müssen regelmäßig vor Ort im Unternehmen, d.h. in der Produktion, sichtbar und in die Praxis einbezogen sein.

Führungsstil: Kontinuität bei der Führung der Belegschaft schaffen Verlässlichkeit und Vertrauen. Besonders in Krisenzeiten wichtig, um die gesamte Mannschaft zum Mitgehen in schwierigen Phasen zu gewinnen (z. B. in Fragen vorübergehender Lohnverzichte etc.).

Mitarbeiter: durch Schaffung einer geeigneten internen Innovationskultur auch die bis zu 69 % ausmachenden „Bewohner” und ihre Potenziale zu aktivieren.

Produktion in Deutschland: ein gewisser Trend zurück zur Fertigung an hiesigen Standorten sollte unbedingt genutzt werden. Produktionskosten, Qualität und Schutz von Know-how sind inzwischen im Vergleich z. B. zu China nicht wesentlich teurer. Gleichwohl bleiben viele Aufgaben, um den Industriestandort attraktiv zu halten bzw. zu renovieren. Hierzu gehören wesentlich stärkere Investitionen in Qualifikation und Weiterbildung. Gravierend: der drohende Ingenieurmangel (Defizit in den nächsten zehn Jahren bei etwa 100.000).

Kundenaufträge aus Problemregionen: falls kein Kreditversicherer zur Übernahme der Risiken bereit ist, grundsätzlich Vorkasse verlangen. (Beispiel: 50 % vor Produktionsbeginn, 20 % bei Lieferung - zur Deckung aller Kosten. In der Folge 20 % bei Montage vor Ort und 10 % bei Abnahme der Anlage).

Weitere Informationen zur IHK Industriestrategie gibt Ralf Lawaczeck.

DOKUMENT-NR. 6420

  • ANSPRECHPARTNER

  • Telefon: 0261 106-219
  • Fax: 0261 106-112

Kontaktdaten speichern (V-Card)
  • VERANSTALTUNGEN INDUSTRIE, INNOVATION