Die Bundesregierung und die Vertreter der Wirtschaft haben den Nationalen Ausbildungspakt am 26. Oktober 2010 bis 2014 verlängert. Damit werden die Anstrengungen und die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt, mit der die Paktpartner seit 2004 die Ausbildungsplatzsituation verbessern konnten.
Mit dem neuen Ausbildungspakt verpflichten sich die Bundesregierung und die Wirtschaftsverbände, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Angebot auf Ausbildung- oder Qualifizierungsangebot zu unterbreiten. Mit der Verlängerung des Ausbildungspakts wurden auch die quantitativen Ziele des vorherigen Pakts fortgeschrieben, wobei diese angesichts des demografischen Wandels nicht mehr verbindlich zugesagt werden können. Ein Schwerpunkt des neuen Pakts ist die Sicherung der Ausbildungsreife, wo in erster Linie die Schulen gefordert sind bzw. in der Verantwortung stehen. Der Ausbau und die Weiterentwicklung der Berufsorientierung sowie die Erschließung aller Potenziale (insbesondere bei Altbewerbern und Migranten) sind weitere Ziele. Die IHK Koblenz wird darüber hinaus den Fokus auf die Attraktivität des dualen Aus- und Weiterbildungssystems - auch für leistungsstarke -Jugendliche legen und hierfür entsprechend werben.
Bereits am 20. Mai 2010 war die neue „Vereinbarung Rheinland-Pfalz für Ausbildung und Fachkräftesicherung” für die Jahre 2010 bis 2013 unterzeichnet worden (Nachfolge für die Vereinbarung vom 05. Juli 2007). Diese geht mit erweiterter Zielsetzung in Teilen über den nationalen Pakt hinaus.
Der Schwerpunkt der neuen Vereinbarung in Rheinland-Pfalz liegt auf der guten Vorbereitung auf die Ausbildung in einem leistungsfähigen Schulsystem und auf der frühzeitigen engen Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft. „Der Rückgang der Schulabgängerzahlen bedeutet, dass das Angebot an Ausbildungsstellen absehbar die Nachfrage übersteigen wird. Deshalb sind die Stärkung der dualen Ausbildung und die bessere Information über deren Chancen ein besonderes Anliegen und inhaltlicher Schwerpunkt dieser Vereinbarung”, bekräftigte Präsident Peter Adrian für die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern Rheinland-Pfalz. Damit die duale Ausbildung eine starke Säule des Bildungssystems bleibe, müsse stärker für ihre hervorragenden Qualifizierungs- und Aufstiegsperspektiven geworben werden. Voraussetzungen und Rahmenbedingungen müssten verbessert werden. „Die Industrie- und Handelskammern Rheinland-Pfalz wollen sich weiterhin dafür engagieren, jedem ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz oder eine adäquate Qualifizierung anzubieten. Die notwendige Fachkräftesicherung der Betriebe erfordert unter anderem, dass Ausbildungsangebot und Ausbildungsnachfrage noch passgenauer zusammengebracht werden”, so Adrian.
Weitere Schwerpunkte der Vereinbarung sind die Stärkung der beruflichen Weiterbildung sowie die gegenseitige Anrechnung von Kompetenzen zwischen der beruflichen und akademischen Bildung.