Wirtschaftslage stabil, Tendenz positiv (1.2.2010)
PRESSEMITTEILUNG
Konjunktur-Winterumfrage der IHK Koblenz
Die sich bereits im Herbst 2009 abzeichnende Stabilisierung der Wirtschaft im Norden von Rheinland-Pfalz setzt sich fort. Die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen entspannt sich schrittweise, in den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate zeichnet sich weiter ein konjunktureller Aufwärtstrend ab. Rund 30 Prozent der Unternehmen blicken für diesen Zeitraum positiv in die Zukunft.
Die Investitionsaussichten bleiben wegen bestehender Überkapazitäten weniger günstig. 27 Prozent der Unternehmen planen gegenwärtig ihren Investitionsumfang im Jahresverlauf zu reduzieren. Jedes fünfte Unternehmen kalkuliert zudem mit Stellenstreichungen in 2010, insbesondere im Dienstleistungssektor ist aber auch mit Stellenaufbau zu rechen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der repräsentativen Winter-Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz unter 2.000 Mitgliedsunternehmen, die IHK-Präsident Manfred Sattler und IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Jürgen Podzun sowie IHK-Volkswirt Robert Lippmann heute vorstellten.
„Die Geschäftslage unserer Unternehmen erholt sich weiter. Rund 22 Prozent der Betriebe beurteilen ihre aktuelle Lage bereits als gut, ein gleich großer Anteil noch als schlecht. Damit haben wir zum ersten Mal seit über einem Jahr ein neutrales Bild“, erläuterte Sattler.
IHK-Konjunkturklimaindex erstmals wieder positiv
Für das nächste Quartal ist die Wirtschaft zwar leicht skeptisch, ob der zu beobachtende Aufwärtstrend auch tatsächlich hält. Auf Jahressicht bleibt der Ausblick aber weiter positiv. Der IHK-Konjunkturklimaindikator verzeichnet einen Anstieg um 3 auf 102 Punkte und liegt damit erstmals seit mehr als einem Jahr über dem neutralen Wert von 100 Punkten.
Dienstleistungssektor stützt Erholung
Der Dienstleistungssektor bleibt weiter die Triebfeder der wirtschaftlichen Erholung, während der Handel auch in 2010 wegen der unsicheren Entwicklung des Arbeitsmarktes leicht pessimistisch in die Zukunft blickt. In der Industrie sind die Folgen des massiven Einbruchs der Geschäftstätigkeit während der Krise noch nicht ganz verwunden. „Aber wir sehen, dass die Unternehmen mit deutlich gestiegenen Exporterwartungen in das neue Jahr gehen und wieder Tritt gefasst haben“, so Podzun.
Aufgrund noch bestehender Überkapazitäten wird der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten weiter belastet werden. Der zuvor erwartete schubartige Anstieg der Arbeitslosigkeit wird aber immer unwahrscheinlicher. Aktuell planen per Saldo 9 Prozent aller Unternehmen Entlassungen innerhalb der nächsten zwölf Monate, im Dienstleistungssektor planen dagegen 15 Prozent der Unternehmen mit Personalaufbau.
Unternehmensfinanzierung unverändert
Die Finanzierungssituation der Unternehmen in der Region hat sich seit Herbst 2009 noch nicht verändert. „Unsere regelmäßige Abfrage zu den Kreditkonditionen zeigt, dass Kredite nach wie vor an die Unternehmen vergeben werden. Eine Kreditklemme ist weiterhin nicht zu sehen“, so Sattler. Allerdings bleibt das Thema auch in den kommenden Monaten zentral. Podzun: „Wenn die Wirtschaft wieder in Schwung kommt, ist der Zugang zu Liquidität entscheidend für die Erholung unseres Mittelstandes. Wir werden die Entwicklung der Unternehmensfinanzierung deshalb weiterhin genau beobachten.“
Die komplette Studie (DINA 4, 20 Seiten) kann bei der IHK Koblenz, Telefon: 0261 106-269 (Roswitha Schulz), angefordert werden.



