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Auswertung der IHK-Ausbildungsumfrage 2011
(PDF, 534 KB) (Dokument-Nr.: 87910)
Aktuelle Umfrage der IHK Koblenz
Koblenz, den 12. April 2011: Nach dem kräftigen Aufschwung im Jahr 2010 planen weiterhin über drei Viertel der Unternehmen im IHK-Bezirk Koblenz ihr Ausbildungsangebot auch in 2011 aufrechtzuerhalten oder auszudehnen. Knapp die Hälfte der Unternehmen will 2011 von ihren Ausgelernten mindestens drei Viertel übernehmen. Hauptmotiv ist die Sicherung der Fachkräftebasis. Die Geschäftserwartungen haben mit 27 Prozent zwar weniger aber ebenfalls entscheidenden Einfluss. „Das Thema Ausbildung hat also nach wie vor einen hohen Stellenwert für unsere Unternehmen“, fasst IHK-Präsident Manfred Sattler zusammen.
Unternehmen haben zunehmend Probleme bei der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen
Jeder fünfte Ausbildungsbetrieb konnte im Jahr 2010 nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen – mit steigender Tendenz gegenüber den Vorjahren. Dabei wurden von über zwei Drittel der Betriebe als Hauptgrund der Mangel an geeigneten Bewerbern genannt; zudem wurden vermehrt die Ausbildungsstellen von den Auszubildenden nicht angetreten oder die Ausbildungsverträge wurden nach Beginn aufgelöst.
Betriebe setzen zur Gewinnung von Auszubildenden verstärkt auf Kooperationen mit Schulen und verbessertes Ausbildungsmarketing
Zur Gewinnung von Auszubildenden setzen die Unternehmen zunehmend auf mehr Kontakte zu den Schulen, um potenzielle Bewerber direkt anzusprechen. Knapp 40 Prozent der Unternehmen planen, ihre Kontakte zu den Schulen auszubauen. „Die IHK Koblenz leistet hierbei konkrete Hilfe – mit Förderung von Patenschaften zwischen Schulen und Unternehmen sowie von Ausbildungsmessen wie den alljährlichen Azubi- und Studientagen in Koblenz“, so Sattler.
Bewerbersuche über Agenturen für Arbeit, Direktwerbung in Schulen und IHK
Die Unternehmen nutzen verschiedene Kanäle, ihre Ausbildungsangebote bekannt zu machen. Knapp zwei Drittel melden ihre Angebote immer den Agenturen für Arbeit, knapp die Hälfte wirbt direkt in den Schulen und schaltet Anzeigen in regionalen Printmedien und ein Drittel nutzt die Angebote der IHK, wie die kostenlosen Lehrstellenbörse im Internet.
Unternehmen sehen Nachhilfebedarf
Knapp 65 Prozent aller Unternehmen attestieren vielen Schulabgängern mangelnde Ausbildungsreife, vor allem beim Rechnen und im Ausdrucksvermögen. Die Unternehmen reagieren mit Nachhilfe - über zwei Drittel der Unternehmen haben eigene Angebote. Zudem werden verstärkt ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) der Agenturen für Arbeit genutzt. Sattler: „Mit dem neuen IHK-Schülertest bietet die IHK Koblenz den Schüler/innen seit Frühjahr 2011 die Möglichkeit, ihre individuellen Stärken und Schwächen besser einzuschätzen und eventuelle Defizite in der verbleibenden Schulzeit auszugleichen – z. B. über das IHK-Programm „Fit in die Lehre“ mit Unterrichtsmodulen in Deutsch, Rechnen und Englisch.“
Unternehmen setzen im Aufschwung auch auf Weiterbildung
Mehr als 40 Prozent der Unternehmen rechnen mit mehr Weiterbildungsaktivitäten und 45 Prozent würden bei (noch) besseren Geschäftserwartungen (noch) mehr in die Weiter-bildung ihre Mitarbeiter investieren. Dabei ist gegenüber dem Vorjahr die Erwartung an die Mitarbeiter, sich daran finanziell zu beteiligen, spürbar gestiegen. Weiterbildung bleibt Mittel der Wahl, dem Problem des altersbedingten Ausscheidens vieler Mitarbeiter entgegenzutreten. Über 60 Prozent der befragten Unternehmen versuchen, die benötigten Fachkräfte durch betriebliche Weiterbildung zu gewinnen, über die Hälfte der Betriebe wollen die Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt rekrutieren. Die IHK Koblenz bietet konkrete Hilfe: Mit dem IHK-Weiterbildungsfonds 2011 haben alle IHK-Mitgliedsbetriebe die Möglichkeit, die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter über einen Zuschuss fördern zu lassen - als Anreiz in die Weiterbildung einzusteigen oder das vorhandene Engagement auszubauen.