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Präsentation Prof. Stein: Fit für Kredit
(PDF, 4,687 KB) (Dokument-Nr.: 105388)
Film zur Veranstaltung (eine Sendung von TV-Mittelrhein)
Große Resonanz bei Gemeinschaftsveranstaltung der IHK Koblenz mit dem Kreditmediator der Bundesregierung
Koblenz, den 9. November 2011: Wenn ein Unternehmer bei seiner Hausbank keinen Kredit bekommt, liegt dies oft nicht nur an fehlenden Sicherheiten. Einige Kreditverhandlungen scheitern auch an Mängeln in der Kommunikation zwischen Unternehmen und Bank. Hier setzte die vom Kreditmediator Deutschland gemeinsam mit der IHK Koblenz initiierte Veranstaltung „Brücke zum Erfolg – Wenn Bank und Unternehmer sich vertrauen“ heute in der IHK an: Vor über 100 Unternehmern der Region sprachen Kreditexperten über Möglichkeiten, den Dialog zu verbessern.
„Die erfreuliche konjunkturelle Entwicklung ändert nichts daran, dass die Kreditversorgung des Mittelstandes weiterhin als Thema auf der Tagesordnung steht“, so der Kreditmediator der Bundesregierung, Hans-Joachim Metternich, in seiner Eröffnungsrede. Ziel der Veranstaltungsreihe „Brücke zum Erfolg“ ist es, noch ungenutzte Wachstumspotenziale durch eine verbesserte Kreditversorgung nutzbar zu machen. „Für Kreditgespräche gilt: Vertrauen ist ein Werttreiber, Misstrauen ein Wertvernichter. Mit unserer Veranstaltung wollen wir auf Unternehmensseite ebenso wie bei den Banken die Kenntnis der Erwartungen der jeweils anderen Seite verbessern und so für gegenseitiges Vertrauen sorgen“, erklärte Metternich.
In seinem Grußwort machte IHK-Präsident Manfred Sattler auf die Bedeutung des Mittelstandes aufmerksam: „Der Mittelstand ist es, dem Deutschland maßgeblich seinen wirtschaftlichen Erfolg verdankt. Er ist es, der Wertschöpfung generiert, Arbeitsplätze schafft und sichert und sich der Herausforderung Fachkräftemangel durch ein hohes Engagement in der Aus- und Weiterbildung stellt. Der Mittelstand ist die „Stütze unserer Wirtschaft“ – und wir alle müssen dafür sorgen, dass dies auch so bleibt.“ Im Hinblick auf die verschärften Regelungen für die Finanzwirtschaft machte Sattler deutlich: „So sinnvoll eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte auch ist: Diese Beschlüsse bergen auch das Risiko zukünftiger Finanzierungsengpässe, insbesondere für den Mittelstand. Regelungen, die Banken „krisenresistenter“ machen sollen, dürfen aber gerade nicht dazu führen, dass die Kreditversorgung des Mittelstandes leidet – und schlussendlich die Wirtschaft den Preis für hochriskante Spekulationsgeschäfte der Banken zahlen muss.“
Professor Dr. Stefan Stein, Geschäftsführer ikf, Institut für Kredit- und Finanzwirtschaft, Ruhr-Universität Bochum, stellte in seinem Vortrag den „Leitfaden zur Vorbereitung auf das Kreditgespräch“ vor. „Empirische Studien zeigen: Es gibt keine Kredit- sondern eine Kommunikationsklemme zwischen dem Mittelstand und seinen Financiers. Deshalb muss die Finanzkommunikation jetzt „wetterfest“ gemacht werden. Wie das funktioniert, zeigen wir anhand von zehn einfachen Regeln, die wir aus Best-Practice-Beispielen für gute Finanzkommunikation abgeleitet haben.“ Eine Download-Version des Vortrages finden Sie hier.
Professor Dr. Wolfgang Wiegard, langjähriges Mitglied im Rat der Wirtschaftsweisen, ging auf die europäische Schuldenkrise und die absehbare konjunkturelle Entwicklung ein: „Ein Ende der europäischen Schuldenkrise ist nicht in Sicht. Angesichts der chaotischen Situation in Griechenland ist nicht klar, ob die Gipfelbeschlüsse vom 27. Oktober 2011 überhaupt umgesetzt werden.“ Unklar sei auch, ob und wie der fünfzigprozentige Schuldenschnitt für die privaten Gläubiger auf griechische Staatsanleihen im Detail aussehen soll. Auch die genaue Ausgestaltung der Hebelmodelle für den Euro-Rettungsschirm (EFSF) sei noch offen. „Klar ist aber jetzt schon, dass die Hebelmodelle nur funktionieren können, wenn der Steuerzahler den größten Teil der Haftungsrisiken für neu emittierte Staatsanleihen der Krisenländer übernimmt und die privaten Gläubiger entsprechend freigestellt werden. Dabei sind die von den Steuerzahlern übernommenen Haftungsrisiken schon jetzt gigantisch“, sagte Wiegard. Abhängig von der weiteren Entwicklung könne auch ein EU-Austritt Griechenlands nicht mehr ausgeschlossen werden. Die Schuldenkrise werde zunehmend auch zu einer Belastung der deutschen Konjunktur: „Während die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland 2010 und 2011 außerordentlich günstig verlief, ist für 2012 mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu rechnen. Der Arbeitsmarkt ist allerdings weiterhin robust“. Eine Download-Version des Vortrages finden Sie
hier
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Für den engen Bezug der Veranstaltung zur Praxis sorgten auch Talk-Runden, in denen unter dem Motto „So klappt es mit der Hausbank“ Unternehmer aus der Region über ihre Erfahrungen mit Kreditverhandlungen sprachen. Hier stellten Christoph Nink, Geschäftsführer der NINK Customer Service GmbH aus Ruppach-Goldhausen, sowie Andreas Nonnenmacher, Prokurist der THINK Business Development KG aus Koblenz und Landesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Rheinland-Pfalz, ihre Sicht des Themas dar. Die Erwartungen der Kreditgeber an die mittelständische Finanzkommunikation wurden auf dem Podium vorgestellt von Marcus W. Leiendecker, Bereichsleiter Firmenkunden der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG, Helmut W. Gehres, Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung der Commerzbank Koblenz, und Thomas Welling, Vorstandsmitglied der Sparkasse Koblenz. Durch den Abend führte Frank Armbruster, Vizepräsident Deutsches Forum für Mediation.
Ansprechpartner Kreditmediator Deutschland:
Dr. Wolfgang Weber, Stabsstelle – Grundsatzfragen
Telefon 069 244 346-5, E-Mail info@kreditmediator-deutschland.de