Pressemitteilung

Koblenz ist eine wachsende Schwarmstadt

11. Mai 2017. Städte, die als Wohn- und Arbeitsort eine hohe Versorgungs- und Lebensqualität bieten können, ziehen vor allem junge Leute an – als sogenannte Schwarmstädte. Eine Studie von Industrie- und Handelskammer sowie des Vereins Haus & Grund Koblenz zeigt jetzt, dass auch Koblenz eine hohe Anziehungskraft besitzt: Obwohl eher eine kleine Großstadt, schafft Koblenz es im bundesweiten Vergleich der  jungen Schwarmstädte auf Platz 24, gleichauf etwa mit Trier oder auch Bonn. Die Ergebnisse der Studie stellte Prof. Dr. Harald Simons, Vorstand der durchführenden empirica ag, am Donnerstag bei der IHK Koblenz vor.
„Das positive Ergebnis ist sehr erfreulich“, so Bertram Weirich, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. „Der Wirtschaftsstandort Koblenz braucht zur Sicherung des Fachkräftebedarfs Bevölkerungszuwachs und Wachstum.“ Auch Christoph Schöll, Vorsitzender von Haus & Grund für Koblenz und Umgebung, betonte: „Koblenz ist bereits auf einem sehr guten Weg, in einigen Bereichen gibt es aber noch viel zu tun, etwa was die Wohnraumversorgung angeht.“
Wichtig für den Status von Koblenz als Schwarmstadt sei, so Prof. Simons, die enge Verknüpfung der Stadt mit der Regiopolregion Koblenz-Mittelrhein mit insgesamt rund 300.000 Einwohnern. Aus dem In- und Umland sowie dem Ausland nahm seit 2011 die Zuwanderung nach Koblenz deutlich zu. Eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Stadt spielt laut der Untersuchung die Entwicklung als Hochschulstandort. Koblenz hat durch den Ausbau der Hochschulen in den letzten Jahren weitere Studierende gewonnen.
Wesentlich sei es, Studierende nach dem Studium auch am Standort zu halten sowie Berufsanfänger nach Koblenz zu locken. Entscheidend für den Verbleib oder Zuzug junger Menschen sind vielfältige Kulturangebote oder Szenekneipen, aber auch das Erscheinungsbild der Stadt. „Diese weichen Faktoren sind vermutlich sogar entscheidender für die Anziehungskraft der Schwarmstadt Koblenz“, sagte Prof. Simons. Zwischen 2002 und 2014 zogen in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen Jahr für Jahr mehr Bewohner nach Koblenz.
Nachholbedarf sehen die Verfasser der Studie allerdings beim Thema Wohnen. Prof. Simons: „Zentrale Lagen sind rar und beschränken sich nur auf die dicht bebauten Gebiete der Altstadt und der südlichen Vorstadt.“
 
Handlungsempfehlungen
Aus den Untersuchungsergebnissen leitet das Empirica Institut einige Handlungsempfehlungen ab. Prof. Simons: „Zunächst geht es darum, die Aktivitäten fortzuführen, die dazu beigetragen haben, Koblenz als Schwarmstadt zu positionieren.“ Dazu gehöre unter anderem die Weiterentwicklung des Hochschulstandortes, etwa durch eine weitere inhaltliche Profilierung.
Zudem empfehlen die Berater, sich dem Außenimage der Stadt zu widmen. So sollten auch die hier angesiedelten Unternehmen für den Standort Koblenz werben. Zum Beispiel könnten auf bundesweiten Berufsmessen potenzielle Bewerber nicht nur vom Arbeitsort Koblenz, sondern auch vom Wohnort Koblenz überzeugt werden.
Da sich Schwarmstädte durch ein hohes Maß an Lebendigkeit und Vielfältigkeit auszeichnen, gelte es, die ohnehin vorhandene Tendenz eines stärkeren Straßenlebens zu unterstützen und Events im öffentlichen Raum einfacher zuzulassen. „Auch die direkte Förderung von besonders imageprägenden Events ist möglich. Hier ist zu prüfen, welche Events für Koblenz Sinn machen“, so Prof. Simons.
Analog zur Bundesgartenschau 2011 sei ein weiterer Beschleuniger notwendig. „Alle wichtigen Akteure haben sich konzentriert und der gemeinsamen Aufgabe gewidmet. Im Sinne der Koblenzer Stadtentwicklung sollte dieser, noch in der Stadt vorhandene, hohe Aktivitätslevel fortgeführt und für die Strategie einer ‚zweiten Buga‘ genutzt werden.“
IHK Koblenz und Haus & Grund wollen die Entwicklung der Stadt unterstützen. Bertram Weirich unterstreicht: „Gemeinsame Aufgabe aller Akteure muss die inhaltliche und städtebauliche Verbesserung der Stadt sein. Als IHK setzen wir uns darüber hinaus für ein gemeinsames Regionalmarketing auch mit dem Umland ein, das ja zur Lebensqualität in Koblenz beiträgt.“ Die Verfasser der Studie betonen, der Status als Schwarmstadt müsse nicht nur gehalten, sondern auch ausgebaut werden.